Volle Erwerbsminderungsrente


Die Rente wegen voller Erwerbsminderung erhält, wer wegen einer schweren Krankheit, eines Unfalls oder wegen psychischer Probleme nicht mehr arbeitsfähig ist. Die Grenze für die Arbeitsfähigkeit liegt bei drei Stunden täglich.

Anspruch auf die volle Erwerbsminderungsrente

Der Anspruch auf eine volle Erwerbsminderungsrente entsteht nach entsprechendem ärztlichen Gutachten, wenn ein gesetzlich Rentenversicherter mit entsprechenden Beitragszeiten (mindestens fünf Jahre vor Eintritt der Erwerbsminderung, darunter mindestens drei Jahre mit gezahltem Rentenbeitrag) so schwer erkrankt ist, dass er nicht bis zum gesetzlichen Rentenalter in Vollzeit arbeiten kann. Die gewährte Erwerbsminderungsrente kann eine volle oder teilweise Rente sein. Der Anspruch auf eine volle Erwerbsminderungsrente entsteht, wenn Betroffene nicht länger als drei Stunden täglich arbeitsfähig sind. Behinderte Menschen zählen ebenso dazu wie Personen, die nicht wegefähig sind oder die betriebsunübliche Pausen benötigen würden. Diese Einschränkungen müssen zum Zeitpunkt des ärztlichen Gutachtens auf unabsehbare Zeit vorliegen, was einen Zeitraum von über sechs Monaten meint. Die volle Erwerbsminderungsrente wird zunächst auf Zeit bewilligt. Der Bewilligungszeitraum sind drei Jahre, danach erfolgt eine erneute Überprüfung. Sollte dreimal hintereinander die volle Erwerbsminderung festgestellt worden sein, wird ab dem 10. Jahr in der Regel die volle Erwerbsminderungsrente gezahlt.

Volle Erwerbsminderungsrente: Berechnung

Die Berechnung der Rente erfolgt nach den erzielten Anwartschaften. Hierüber erhalten Versicherte Informationen von ihrem Rentenversicherungsträger, auch Einzelauskünfte sind nach § 109 SGB VI möglich. Wenn die volle Erwerbsminderungsrente nicht ausreichen sollte, berät der Rentenversicherungsträger zur zusätzlichen Grundsicherung (§ 109a SGB VI). Für die Berechnung werden Entgeltpunkte herangezogen, zudem ist die Zeit zwischen dem Eintritt der Erwerbsminderung und dem vollendeten 62. Lebensjahr die sogenannte Zurechnungszeit.

Hinzuverdienst zur vollen Erwerbsminderungsrente

Auch bei einer vollen Erwerbsminderung ist ein Hinzuverdienst möglich. Dieser darf die Hinzuverdienstgrenze nicht überschreiten, ansonsten wird die Rente ganz oder teilweise gekürzt (§ 96a SGB VI). Auch Lohnersatzleistungen zählen zum Hinzuverdienst, darunter Kranken- und Verletztengeld. Die Hinzuverdienstgrenze für eine volle Erwerbsminderungsrente beträgt bundesweit einheitlich 450 Euro.

Höhe der vollen Erwerbsminderungsrente

Die Höhe der vollen Erwerbsminderungsrente hängt von mehreren Faktoren ab:

  • letzter Bruttoverdienst
  • Beitragsjahre
  • Ost oder West

Die Schätzungen über den Durchschnitt aller vollen Erwerbsminderungsrenten gehen dementsprechend auseinander, sie liegen zwischen rund 600 bis 680 Euro. Dieser Durchschnitt ist praktisch schwer zu berechnen, weil zu viele Faktoren einfließen. Im Einzelfall beträgt die Höhe der vollen Erwerbsminderungsrente auch über 1.500 Euro, beispielsweise für einen Rentner in Westdeutschland mit höherem Bruttoeinkommen (ab rund 3.800 Euro) und nach 45 Beitragsjahren.